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HUSTEN, SCHNUPFEN, HEISERKEIT – ausgelöst durch eine Hausstauballergie

HUSTEN, SCHNUPFEN, HEISERKEIT  – ausgelöst durch eine Hausstauballergie

Wer morgens mit roten, tränenden Augen und laufender Nase aufwacht, denkt sicherlich zuerst immer an einen banalen Schnupfen, ausgelöst durch Erkältungsviren. Wenn dann auch noch Husten und Heiserkeit besteht, erwartet man, dass die “Erkältung” in ein paar Tagen wieder vorbei ist.

Sollte man aber nach zwei bis drei Wochen nicht wieder beschwerdefrei sein, ist es Zeit an eine Hausstauballergie zu denken. Gerade in diesen Tagen, in denen wir erstmals die Heizung abends wieder einschalten, steigt die Konzentration von Hausstaub in der Luft stark an.

Das Argument: “Das hatte ich doch noch nie” greift nicht, denn eine Allergie kann jeder zu jeder Zeit in jedem Lebensalter entwickeln. Insbesondere der Hinweis, dass die Beschwerden beim Aufenthalt im Freien nachlassen, lässt an eine Hausstauballergie denken. Dabei ist es gar nicht der Staub selber auf den wir allergisch reagieren können, sondern kleinste Milben, deren Ausscheidungen die Reizung der Schleimhäute verursachen. Diese Milben, die man nur mikroskopisch  sehen kann, besiedeln massenhaft alle Polstermöbel, Matratzen, Teppiche und Gardinen in unserer häuslichen Umgebung.

Das Vorkommen der Milben zu Hause hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Die Milben sind ein unvermeidbarer Bestandteil des Hausstaubes. Wer schwache Nerven hat, sollte auf den Anblick mikroskopischer Aufnahmen von Milben lieber verzichten. Dabei sind die Milben für die meisten Menschen völlig harmlos. Nur bei den Individuen, bei denen sich das Immunsystem gegen die Mikroben wehrt, kommt es zu den beschriebenen Beschwerden.

Wenn also der Schnupfen nicht auf Aspirin anspricht, sollte der Fachmann aufgesucht werden. Schnell und zuverlässig ist über einen Allergietest an Haut oder Blut die Diagnose zu sichern.

Bei leichten Beschwerden kann versucht werden, durch Ausmerzen der Staubfänger in der Wohnung die Allergie zu lindern. Oft reicht das aber nicht aus und spätestens, wenn die Bronchien mit reagieren, muss eine sogenannte Desensibilisierungsbehandlung durchgeführt werden, um ein drohendes Asthma zu verhindern.

Diese Behandlung kann man vereinfacht auch als eine Impfbehandlung beschreiben. Dabei wird die ersten vier Wochen einmal wöchentlich, danach einmal monatlich eine kleine Menge Impfserum unter die Haut gespritzt. So gewöhnt sich der Körper schonend an die Milben und reagiert auf sie nicht mehr allergisch.

Die Erfolgschancen dieser Behandlung liegen bei 80% und man sollte nicht allzu lange mit der Einleitung zögern, weil sonst die Erfolgschancen sinken. Die Desensibilisierungsbehandlung ist in den Händen des Fachmannes eine sichere und etablierte Therapie und wird in der Regel von den Krankassen getragen.

 

Ihr Dr. Jens D. Löhnert
Facharzt für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Ästhetische Dermatologie

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